Ein ungeheuerlicher Angriff auf demokratisch gewählte Bürgervertreter

Erklärung des Arbeitskreis Umwelt und Frieden (AUF) AKK zum Ausschluss von Irmi Jungels und Ronny Maritzen aus der Ortsbeiratssitzung in Kastel

Am 15. September 2020 wurden in der Sitzung des Ortsbeirates Mainz-Kastel Irmi Jungels und Ronny Maritzen – beide gehören der AUF-Fraktion an – beim Punkt „Entwicklungssatzung zum städtebaulichen Entwicklungsbereich Ostfeld“, gemeinsam aufgerufen mit „Lärmgutachten zum Ostfeld,“ aus der Sitzung ausgeschlossen. Sie durften weder an der Diskussion noch an der Abstimmung über das in Kastel umstrittene Projekt teilnehmen und mussten den Raum verlassen.

Über den Ausschluss der beiden gewählten Beiratsmitglieder entschied der Ortsbeirat. Er schloss sich mit knapper Mehrheit der Sichtweise des Rechtsamtes der Stadt Wiesbaden vom 3. September 2020 an, das sich mit einem möglichen „Widerstreit der Interessen“ nach § 25 HGO von Ronny Maritzen befasste. Irmi Jungels lag zu einem möglichen Interessenkonflikt nichts vor: Weder von Seiten des Rechtsamtes noch von anderer offizieller Seite.

Hierzu erklärt der Arbeitskreis Umwelt und Frieden (AUF) AKK:

Ronny Maritzen und Irmi Jungels wohnen am Fort Biehler in Kastel, einem Wohngebiet, das an das geplante Baugebiet lediglich angrenzt. Wie von der Stadt Wiesbaden immer wieder versichert wurde, haben die Bewohner dieser Siedlung keinerlei Konsequenzen wie zum Beispiel Umsiedlung oder Enteignung zu befürchten. Sie sind von den Baumaßnahmen nicht betroffen.

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Wartehäuschen an der Bushaltestelle Linzer Straße

Antrag Nr. 25/2020 zur Ortsbeiratssitzung Mainz-Kostheim am 23. September 2020

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird aufgefordert, an der Bushaltestelle Linzer Straße, in Fahrtrichtung Mainz, ein Wartehäuschen aufzustellen. Um einen Umstieg vom Rad in den Bus zu erleichtern, ist die Haltestelle, analog zur Fahrtrichtung Hochheim, mit Fahrradständern auszustatten.

Begründung:
Durch die Geschäftsaufgabe und den Abriss des Fahrradhändlers „Rosskopp“ in der Hochheimer Str. 41, besteht für Fahrgäste an der Haltestelle Linzer Straße, die mit der Linie 68 in die Mainzer Innenstadt (oder aber auch zum Bahnhof Kastel) fahren wollen, keine Möglichkeit zum Schutz vor Wind und Wetter.

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Baumpflanzungen im Freibad Maaraue

Antrag Nr. 17/2020 zur Ortsbeiratssitzung Mainz-Kostheim am 26. August 2020

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird gebeten, sich mit den städtischen Bäderbetrieben in Verbindung zu setzen und zu veranlassen, das 15 bis 20 neue Bäume in Bereich der Liegewiese des Freibads Maaraue (vom Kleinkinderbecken hin zur Grillwiese) gepflanzt und in den nächsten Jahrzenten gepflegt werden.

Ziel ist es, den Schwimmbadgästen mehr Plätze im Schatten zu bieten und so die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Die Auswahl der Baumart(en) soll unter Berücksichtigung der folgende Kriterien erfolgen: Stadtortbedingungen, ausreichende Größe der Bäume sowie Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel.


Begründung:
Das Freibad Maaraue erfreut sich großer Beliebtheit. Als Freizeit- und Sporteinrichtung bedient das Freibad eine Vielzahl an Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzergruppen.

Abseits des eigentlichen Schwimmsports verbringen die Besucherinnen und Besucher, dazu zählen besonders Familien mit Kindern, einen Großteil ihres Aufenthalts auf der großzügigen Liegewiese.

Abbildung 1: Luftbild des Freibads Maaraue. Quelle: Landeshauptstadt, Baumfällkataster.
Abrufbar unter: https://www.gpm-webgis-10.de/geoapp/wiesbaden/baumfaellkataster/

Begehrt sind – gerade im Hochsommer – die Schattenplätze, es gibt aber leider einen Mangel an Schatten. Dies betrifft den Bereich vom Ende des Kleinkinderbeckens hin zur nordwestlichen Seite/Grenze Grillwiese (siehe Markierung im Luftbild).

Ein Mehr an Sonnen- und damit auch Gesundheitsschutz – könnte durch ein Mehr an Bäumen erreicht werden. Im besagten Bereich der Liegewiese gibt es derzeit etwa 15 – 20 große Bäume. Wir schlagen vor, diese Anzahl zu verdoppeln. Hierfür bietet sich eine Verdichtung des Baumbestands entlang des Zauns zum Rhein hin an. Aber auch einzelne Bäume auf den großen Freiflächen sind nötig, um Abhilfe zu schaffen. Da diese neu zu pflanzenden Bäume mehrere Jahrzehnte brauchen werden, um ausreichend Schatten zu spenden, profitieren zukünftige Generationen hiervon besonders.

Mainz-Kostheim, 16. August 2020
gez. Marion Mück-Raab
– Fraktionssprecherin –

Ausbesserung und Verbreiterung des Weges am Campingplatz Maaraue (Rheinseite)

Antrag Nr. 16/2020 zur Ortsbeiratssitzung Mainz-Kostheim am 26. August 2020

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird gebeten, den Fuß- und Radweg auf der Maaraue, der zwischen Campingplatz und Rhein auf der Strecke von der Wasserschutzpolizei bis hin zur Kasteler Ruder- und Kanugesellschaft verläuft, auszubessern und bei dieser Gelegenheit auch um eineinhalb bis zwei Meter zu verbreitern.

Da der Weg auf der Rheinseite durch Bäume und Sitzbänke begrenzt wird, schlägt der Ortsbeirat vor, hierfür die Grasfläche zwischen Campingplatz und Weg zu nutzen.


Begründung:
Die Fuß- und Radwege auf der Maaraue werden während der warmen Jahreszeit und besonders an Wochenenden und Feiertagen sehr stark genutzt. Um Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern (Spaziergänger, Jogger, Skater, Hundebesitzer, Radfahrer, Menschen mit Kinderwagen etc) zu entschärfen, bietet sich eine Verbreiterung von Wegen dort an, wo das sinnvoll und vertretbar ist.

Dies trifft auf den Weg zwischen Campingplatz und Rheinufer zu. Der Weg ist insbesondere auf Höhe des Eingangsbereich des Campingplatzes in sehr schlechtem Zustand und bedarf einer Ausbesserung. An den Rändern des Weges finden sich teilweise Reifenspuren von Fahrrad und PKW. Derzeit ist der Weg etwa drei Meter breit, auf der Seite hin zum Campingplatz befindet sich ein Grasstreifen, der eine Verbreiterung des Weges problemlos möglich macht.

Mainz-Kostheim, 16. August 2020
gez. Marion Mück-Raab
– Fraktionssprecherin –

Folgen des Baugebiets Ostfeld/Kalkofen für Mainz-Kostheim

Antrag Nr. 12/2020 zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kostheim am 26. August 2020

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird dringend gebeten, den Ortsbeirat Kostheim umgehend bei den Planungen zum Baugebiet Ostfeld/Kalkofen miteinzubeziehen.


Begründung:
Eine Beteiligung des Ortsbeirats Kostheim hat bisher nicht stattgefunden. Zu einer entsprechenden Veranstaltung („Politik-Forum Ortsbeiräte“ am 10.04.2018)[1] waren lediglich die Ortsbeiräte Kastel, Amöneburg, Erbenheim und Biebrich geladen.

Der Bau von Wohnungen für 8.000 bis 12.000 Menschen[2] auf 30 – 35 ha und die Flächenversiegelung von weiteren 50 ha für Industrie und Gewerbe[3] (entspricht ca. 4.500 Arbeitsplätzen)[4] hat aber gravierende Auswirkungen auch auf den Stadtteil Mainz-Kostheim.

Klimatische Folgen

Die KLIMPRAX Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD)[5] legt detailliert und wissenschaftlich fundiert dar, wie sich die Temperaturen in der Region Mainz-Wiesbaden aufgrund des Klimawandels verändern werden – und das bei einer denkbar ungünstigen Ausgangslage:

„Wie der (…) Vergleich zeigt, liegen Wiesbaden und Mainz in einer Region Deutschlands, in der auch ohne Klimawandel (…) bereits heute eine vergleichsweise hohe sommerliche Wärmebelastung vorkommt“ [6]

Im Referenzzeitraum der Studie von 1971 bis 2000 gab es auf dem Großteil des bebauten Gebiets von Kostheim laut den DWD-Modellrechnungen[7] eine mittlere jährliche Anzahl von

  • 45 bis 60 Sommertagen (Tageshöchsttemperatur größer als 25°C)[8], von
  • 12 bis 20 heißen Tagen (Tageshöchsttemperatur größer als 30°C)[8] und
  • 5 bis 11 Tropennächte (Tagestiefsttemperatur nicht unter 20°C)[8].

Für die Zukunft gehen die Modellrechnungen des DWD von einer erheblichen Temperaturzunahme aus:

„Für den Zeitraum 2031-2060 gegenüber 1971-2000 erhält man für die ausgewählte Region Temperaturzunahmen zwischen 0,92 K und 2,70 K.
75 % der Simulationen kommen auf eine Zunahme von 1,21 K oder mehr (25. Perzentil) aber weniger als 25 % (75. Perzentil) auf über 1,88 K.“ [9]

Umgangssprachlich formuliert: 75% der vom DWD verwendeten Klimaprojektionen für die Region Wiesbaden/Mainz sagen für den Zeitraum 2031-2061 eine Zunahme von mindestens 1,2°C voraus. 25 % der Modelle gehen davon aus, dass es zu einer Temperatursteigerung von mehr als 1,8°C kommt. In Kostheim wird es also deutlich wärmer.

Das zeigt sich auch in einer drastischen Zunahme der Sommertage, der heißen Nächte und der Tropennächte. Diese Informationen – auf Kostheim bezogen – kann anhand des digitalen Landschaftsplans der LH Wiesbaden[10] leicht und sehr detailliert nachvollzogen werden und wird in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Eine bebilderte Gegenüberstellung für Kostheim von 1971-2000 zu 2031-2060 befindet sich im Anhang dieses Antrags.

Prognostizierte Werte für den bebauten Teil Mainz-Kostheim anhand des digitalen Landschaftsplans (Umweltamt Wi)Referenz
1971-2000
[8]
Simulierte Zunahme[8] von 1971-2000 auf 2031-2060 75. Perzentil
Sommertage (Tageshöchsttemperatur  ≥ 25°C)45-60 TageZunahme um ca. 25 Tage auf 70-85 Tage
heiße Tage (Tageshöchsttemperatur ≥ 30°C)12-20 TageZunahme um ca. 12-16 Tage auf 24-36 Tage
Tropennächte (Tagestiefsttemperatur ≥ 20°C)5-11 TageZunahme um ca. 16-23 Tage auf 21-30 Tage

In Kostheim wird es nicht nur deutlich wärmer, sondern es wird wesentlich mehr Tage geben, an denen temperaturmäßig die 25°-Marke oder sogar die 30°-Marke geknackt werden wird. Außerdem besagen die DWD-Berechnungen, dass auch die Kostheimer Sommernächte immer wärmer werden. Es ist mit mindestens einer Verdreifachung der Tropennächte zu rechnen.

In der KLIMPRAX-Studie wird das Kasteler Ostfeld als eines von zwei großen Wiesbadener Quellgebieten für Kaltluft[11] benannt. Diese auf dem Kasteler Ostfeld entstandene Kaltluft strömt – gemäß der DWD-Modellrechnungen – im Zeitraum von 0 bis 2 Uhr nachts direkt nach Kostheim:[12]

„Die Luft aus den Ostfeldern von Kastel (W1) teilt sich zunächst noch in einen westlichen und einen östlichen Zweig (Abbildung 8-4, links oben).“[13]

Dieser „östliche“ Kaltluftstrom versorgt Kostheim mit dringend benötigter Abkühlung und trägt somit erheblich zur Senkung der nächtlichen Temperaturen bei.

Mit einer Versiegelung von Flächen durch eine hohe Bebauung ist die Funktion des Ostfelds als Kaltluftentstehungsgebiet nicht mehr gegeben. Dies führt zu einer unmittelbaren Verschärfung der Hitzebelastung für die Kostheimerinnen und Kostheimer.

Verkehrsbelastung von Kostheim

Nicht nur die klimatischen Folgen sind für den Stadtteil verheerend, auch die Verkehrsbelastung wird zunehmen.

Die SEG gibt in ihrem Gutachten (Annahme dort: 10.000 Einwohner und 5.000 Arbeitsplätze) ein zusätzliches KFZ-Aufkommen von ca. 19.000 Fahrzeugen pro Tag an.[14]

Kostheim wird hiervon als direkter Nachbar Kastels besonders betroffen sein. Es muss mit einer Zunahme des Verkehrs auf den bereits vielbefahrenen Kostheimer Hauptverkehrsstraßen, insbesondere der Uthmannstraße, aber auch der Hochheimer Str. (Ausweichstrecke im Falle einer Sperrung der Boelckestraße sowie als Autobahnzubringer zu A671) gerechnet werden.

Allein diese – bisher bekannten – Folgen für Kostheim beeinträchtigen die Wohn- und Lebensqualität in einem Ausmaß, das eine umgehende Miteinbeziehung des Ortsbeirates Kostheim in die weiteren Beratungen und Planungen erforderlich macht.

Mainz-Kostheim, 16. August 2020
gez. Marion Mück-Raab
– Fraktionssprecherin –


Sie sind auf der Suche nach den Abbildungen? Hier die wichtigsten Grundlagen als .pdf zum Herunterladen: Kartenausschnitte sowie die Kaltluftströme („Vorwärtstrajektorien“) vom Ostfeld nach Kostheim.

Weiterlesen: Quellenangaben

Querung Hochheimer Straße

Antrag Nr. 7/2020 zur Ortsbeiratssitzung Mainz-Kostheim am Mittwoch, 24. Juni 2020

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird gebeten, den abgesenkten Bordstein, der es Fußgängerinnen und Fußgängern ermöglicht von der Grünanlage im Bereich In der Witz/Waldhofstr. barrierefrei über die Hochheimer Str. zu kommen, wirksam für den Fußgängerverkehr zu sichern. Dies kann nach Ansicht des Ortsbeirates beispielsweise durch eine weiße Markierung (Zick-Zack-Linie) in Verbindung mit Pfosten oder aber durch ein Vorziehen des Gehwegs bis hin zur Fahrbahnkante/Radfahrer-Schutzstreifen geschehen.

Der häufig durch PKW zugeparkte, abgesenkte Bordstein befindet sich gegenüber den Häusern Hochheimer Str. 12a bis 16, siehe Kartenausschnitt. Der Ortsbeirat weist darauf hin, dass laut § 12 Abs. 3 StvO das Parken vor Bordsteinabsenkungen unzulässig ist. Der Umstand, dass dies PKW-Fahrern möglicherweise nicht bewusst ist, soll durch die vorgeschlagene Abgrenzung der Verkehrsraums behoben werden. Durch die Maßnahme entfallen folgerichtig keine Parkplätze.

Abbildung 1: Kartenausschnitt mit Markierung der Lage des abgesenkten Bordsteins. Quelle: https://geoportal.wiesbaden.de © Landeshauptstadt Wiesbaden © HVBG © GeoBasis-DE / BKG <2016> © OpenStreetMap-Mitwirkende

Begründung:
Insbesondere Menschen mit Kinderwägen, mobilitätseingeschränkte Personen und Senioren haben große Schwierigkeiten die Hochheimer Straße zu überqueren, wenn der dortige Übergang zugeparkt ist. Auch soll Fußgängerinnen und Fußgängern eine bessere Sicht auf die Fahrbahn ermöglicht und für sie selbst eine verbesserte Sichtbarkeit erreicht werden.

Dadurch dass der Mittelstreifen der Hochheimer Straße an dieser Stelle eine Querung für Fußgängerinnen und Fußgänger vorsieht und auf der anderen Straßenseite (Hochheimer Str. 12a-16) ein Fußweg zur Salzburger Straße in die Gartenstadt führt, wird eine wichtige Wegbeziehung zwischen der Kostheimer Gartenstadt und Kastel hergestellt. Weiterhin weist der Ortsbeirat darauf hin, dass sich in der Nähe eine Grundschule (Pavillon-Schule) sowie ein großer Sportplatz befinden.

Parkendes Fahrzeug 1 vor abgesenktem Bordstein Hochheimer Str.
Abbildung 2: Parkendes Fahrzeug vor dem abgesenkten Bordstein mit der Hochheimer Straße im Hintergrund. Blick aus der Grünanlage zwischen Hochheimer Str./In der Witz/Waldhofstr.
Parkendes Fahrzeug 2 vor abgesenktem Bordstein Hochheimer Str.
Abbildung 3: Parkendes Fahrzeug vor dem abgesenkten Bordstein vom Fußgängerübergang auf dem Mittelstreifen der Hochheimer Straße her.

Mainz-Kostheim, 10. Juni 2020
gez. Marion Mück-Raab
– Fraktionssprecherin –

Verbesserung der Durchlässigkeit für Fußgänger im Bereich Klagenfurter Str./Kostheimer Landstraße

Antrag Nr. 4/2020 zur Ortsbeiratssitzung Mainz-Kostheim am Montag, 2. März 2020

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Ortsbeirat Mainz-Kostheim bittet den Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden, die Durchlässigkeit zwischen Kostheimer Landstraße und Klagenfurter Straße insbesondere für Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Passanten mit Kinderwagen, Handkarren oder Rollatoren sowie Radfahrer (z.B. Kinder bis 10 Jahren) durch eine bauliche Umgestaltung zu verbessern (siehe Abbildung 1 und 2).

Abbildung 1: Kartenausschnitt mit Markierung des entsprechenden Bereichs. © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA
Abbildung 2: Blick aus der Klagenfurter Str. in Richtung Kostheimer Landstraße

Weiterhin besteht der kürzeste Weg zur Bushaltestelle Klagenfurter Str. derzeit aus einem unschönen und nur bedingt zweckmäßigen Trampelpfad (siehe Abbildung 3). Die Bushaltestelle soll durch eine breite Treppe mit Geländer erschlossen werden, die den bisherigen Trampelpfad ersetzt.

Abbildung 3: Trampelpfad vom Wendehammer zur Bushaltestelle Klagenfurter Straße.

Der Ortsbeirat regt an, die bestehende Rampe von Klagenfurter Straße zur Kostheimer Landstraße zu verbreitern und den Bordstein zum Wendehammer an dieser Stelle zu entfernen (barrierefreier Übergang, siehe Abbildung 4).

Abbildung 4: Engstelle auf dem Gehweg aufgrund eines Verteilerkastens

Begründung:
Viele Menschen aus der Gartenstadt nutzen den Weg von Klagenfurter Straße zur Kostheimer Landstraße, um zu Fuß zur Bushaltestelle, zu Supermärkten oder nach Alt-Kostheim bzw. Mainz-Kastel zu gelangen. Der Gehweg weist aufgrund eines Verteilerkastens an seiner schmalsten Stelle aber gerade einmal eine Breite von etwa 1,0 m auf (siehe Abbildung 4). Obwohl kein gesetzliches Mindestmaß festgelegt ist, empfiehlt die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)[1] eine Mindestbreite für Gehwege von 2,5 m für zwei sich begegnende Fußgänger.[2]

Diese Regelbreite übernimmt die LH Wiesbaden ebenfalls in ihrem Verkehrsentwicklungsplan (VEP 2030).[3] Die in Abbildung 4 gezeigte Engstelle unterschreitet außerdem die im VEP der LH Wiesbaden angegebene Mindestgehwegbreite für Rollstuhlfahrer von 1,5 m (bzw. 1,8 m inklusive Sicherheitsabstand).[3]

Auch die Erreichbarkeit des neu gestalteten Spielplatzes in der Klagenfurter Straße – z.B. mit einem Kinderwagen von der Kostheimer Landstraße her kommend – könnte durch die bauliche Veränderung verbessert werden.

Die benannte Wegstrecke wird außerdem durch den Bau des neuen Bürgerhauses, der Umsiedelung der Supermärkte an den Gückelsberg und die anvisierte Nutzung des derzeitigen Gebäudes der Albert-Schweitzer-Schule als zukünftige Grundschule weiter an Bedeutung für den Fußgängerverkehr gewinnen

Mainz-Kostheim, 9. Februar 2020
gez. Marion Mück-Raab
– Fraktionssprecherin –


[1]Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. (Köln) – ein gemeinnütziger technisch-wissenschaftlicher Verein, in dem etwa 2100 Verkehrsfachleute aktiv sind.

[2] https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/58074/ [Forschungsinformationssystem Mobilität und Verkehr. Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), abgerufen am 04.02.2020]

[3] https://www.wiesbaden.de/medien-zentral/dok/leben/verkehr/VEP-Bestandsanalyse_2-2_Fussverkehr.pdf (Seite 26-27, abgerufen am 04.02.2020)

Radverkehr am Mainufer

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird gebeten, an der Einmündung der Straße Mainufer in die Hauptstraße das Verkehrszeichen 101 „Gefahrstelle“ in Verbindung mit dem Zusatzzeichen 1000-33 „Radfahrer im Gegenverkehr“1 bzw. einem äquivalenten Radverkehrs-Piktogramm aufzustellen (siehe Abbildung 1).

Hierdurch sollen Fahrzeuge, die von der Hauptstraße bzw. aus Richtung der Mainbrücke in die Straße Mainufer einbiegen, bereits im Einmündungsbereich frühzeitig auf den regen Fahrradverkehr in Gegenrichtung und die daraus resultierende Gefahr aufmerksam gemacht werden. Durch das Aufstellen eines Verkehrszeichens sollen Konfliktsituationen an dieser Gefahrstelle entschärft und dadurch die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht werden.





Abbildung 1: Mögliche Verkehrszeichen

links: Zeichen 101 „Gefahrstelle“ in Verbindung mit dem Zeichen 1000-33 „Radfahrer im Gegenverkehr“

rechts: Zeichen 101 „Gefahrstelle“ in Verbindung mit dem Zeichen 1000-32 „Radfahrer von links und rechts“ [1]

Abbildung 2: Kartenausschnitt zur Einmündung der Straße Mainufer in die Hauptstraße.[2]

Begründung:
Die Straße Mainufer ist ein Teil regionaler und überregionaler Radverkehrsnetze (D-Netz Route 5 – Saar-Mosel-Main, Hessischer Radfernweg R 3, Mainradweg, Rheingauer Riesling Route).[3] Sie ist zusätzlich als Schulradroute klassifiziert[3] und besitzt daher, ebenfalls wie die östliche Hauptstraße (Hessischer Radfernweg R 6)3 für den Radverkehr erhebliche Bedeutung. Des Weiteren befindet sich mit dem Gasthaus „Zum Engel“ (Mainufer 22) ein vom ADFC zertifizierter fahrradfreundlicher Gastbetrieb[4] („Bett+Bike-Betrieb“) als ein weiterer Baustein der Radverkehrsinfrastruktur in unmittelbarer Nähe. Ein sicherer Zugang zu diesen Radwegen über die Straße Mainufer ist daher unverzichtbar.

Um Konfliktsituationen zu entschärfen und dadurch die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, ist es wünschenswert auf den Radverkehr mittels Verkehrszeichen aufmerksam zu machen.

Mainz-Kostheim, 27. April 2017
gez. Marion Mück-Raab
– Fraktionssprecherin –


[1] Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vom 06.03.2013 (BGBl. I S. 367), in Kraft getreten am 01.04.2013, Anlage 1, einsehbar unter https://dejure.org/gesetze/StVO/Anlage_1.html (abgerufen am 26.04.2017)

[2] Einsehbar unter https://www.falk.de/maps?gs=osm&gp=50.00082066017927,8.309372663497937&gz=18 (abgerufen am 26.04.2017)

[3] Gemäß Radroutenplaner des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, einsehbar unter https://radservice.radroutenplaner.hessen.de/rrp/hessen/cgi?lang=DE (abgerufen am 26.04.2017)

[4] Klassifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), einsehbar unter https://www.bettundbike.de/bub/viewcompany.php?knr=HES-1685 (abgerufen am 26.04.2017)